Von Dubrave fuhren wir gegen 10 Uhr los Richtung Serbien. In Zvornik ging es über die Grenze, danach über Uzice, Cacak und Kraljevo bis zur Kosovo-Nordgrenze. Dann ging es entlang der Nordstrecke, die heute von den serbischen Zügen befahren wird, nach Pristina. Für den Abend war noch ein gemeinsames Abendessen angesagt.
Am nächsten Morgen hieß es früh Aufstehen, denn es stand ein Sonderzug mit der neulackierten Lok 005 auf dem Programm. Gegen 6:00 Uhr waren wir am Bahnhof Fushë Kosovë. Zunächst fuhr aber ein ehemaliger schwedischer Triebwagen ein.
Frank-Marc Siebert
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Dann kam der Frühzug aus Pejë mit Lok 007 und österreichischen Wagen an. Riesige Lampenmasten im Bahnhofsbereich dienten als Fotostandpunkt in luftiger Höhe.
Ulf Häger
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Der Zug Richtung Süden nach Hani i Elizit war an diesem Morgen mit Lok 008 bespannt und fuhr kurz danach aus.
Ulf Häger
Fushë Kosovë, 30.05.2010
So sah der Turm übrigens von unten aus! Von oben wirkte der Turm allerdings noch bedeutend höher, aber was tut man sich nicht alles an für ein schönes Motiv?
Frank-Marc Siebert
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Und dann kam sie - Lok 005, die Michael Frick in der Woche vor der Fotoveranstaltung neu lackiert hatte, um den weitgereisten Fans ein ganz besonders neues Motiv zu bieten! Es ist eine ausgesprochen schöne Lok geworden!
Frank-Marc Siebert
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Morgens ist in Fushë Kosovë der Bär los. Der Frühzug aus Peja hatte in Prishtina inzwischen gewendet und kam nun wieder aus Richtung Norden angefahren. Rechts im Bild steht das ebenfalls neu gestrichene ehemalige Stellwerk, im Hintergrund erkennt man das Braunkohlekraftwerk, das das Kosovo mit Strom versorgt.
Ulf Häger
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Lok 005 hatte sich inzwischen vor unseren Zug aus schwedischen Wagen gesetzt, als sie von Lok 007 passiert wurde.
Frank-Marc Siebert
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Der Lack von 007 ist schon etwas ausgeblichen, während die ex ÖBB-Wagen noch frisch leuchten. Links im Hintergrund stehen noch immer die Güterwagenreste rum, die wir schon bei unserem ersten Besuch im Jahr 2005 gesehen haben.
Frank-Marc Siebert
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Dann ging es los mit unserem Sonderzug. Er fuhr als GmP, genau wie die Friedenszüge mit Di3 in den ersten Nachkriegsjahren. Unser Ziel war die Strecke Richtung Westen bis Klinë und zurück. Das war das ganze Tagesprogramm. Klinë liegt etwa 60 Kilometer von Fushë Kosovë entfernt, eine Strecke, die man mit dem PKW in 1 Stunde 15 Minuten schaffen kann. Warum wir trotzdem nicht schon mittags wieder zurück sein sollten, wurde uns im Verlauf der Fahrt mehr als deutlich!
Frank-Marc Siebert
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Die neue Farbgebung der Lok war ein Entwurf von Michael Frick, finanziert wurde sie von der Rundnasen-Reisegruppe als Dank an die Kosovo Railway und deren Betriebsleiter Mustafa für die tolle Unterstützung bei der Durchführung unsere Fotoaktionen!
Frank-Marc Siebert
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Der erste Halt war im Bahnhof Bardh, wo die Stichstrecke zur Nickelmine nach Magure abzweigt.
Ulf Häger
Bardh, 30.05.2010
Frank-Marc Siebert
Bardh, 30.05.2010
Es ging weiter Richtung Drenas. Dabei folgt die Strecke einem Fluss und umfährt dabei einen Bergrücken auf nördlicher Seite im großen Bogen. Im Tal gibt es eine bekannte Feldformation, durch die die Strecke mitten hindurch läuft. Auf dem rechten Felsen weht die Flagge der UCK.Im Volksmund heißt der Felsen "Alte Frau", manch eher pragmatisch veranlagter Reiseteilnehmer sprach von der "Ritze".
Frank-Marc Siebert
Zwischen Bardh und Drenas, 30.05.2010
Im Volksmund heißt der Felsen "Alte Frau", manch eher pragmatisch veranlagter Reiseteilnehmer sprach von der "Ritze". Und weil es so schön war, fuhr der Zug gleich mehrmals durch....
Ulf Häger
Zwischen Bardh und Drenas, 30.05.2010
Am Talausgang befindet sich der Bahnhof Dritan, wo man schöne Motive von einem Hügel umsetzen kann.
Frank-Marc Siebert
Dritan, 30.05.2010
Kurz vor Drenas durchfährt der Zug einen Einschnitt und verschwindet in einem Tunnel.
Frank-Marc Siebert
Kurz vor Drenas, 30.05.2010
Bei den Fotos dieser Sonderfahrt handelt es sich wohlgemerkt nur um eine Auswahl der angefahrenen Standpunkte! Jedesmal musste der Lokführer nach Ansage des Reiseleiters eine geeignete Stelle zum Aussteigen finden, dann verteilte sich die Meute auf die Fotostellen. Gab es mehrere schöne Motive, musste der Zug so oft vor und zurück fahren, bis alle zufrieden waren. Und das dauerte seine Zeit. Irgendwann mussten auch alle wieder in den Zug rein. Das sah dann so aus: Der Reiseleiter winkt und kaum einer bricht in Hektik aus. Im Vordergrund die im Kosovo übliche Form der Müllentsorgung.
Ulf Häger
Kurz vor Drenas, 30.05.2010
Hinter dem Tunnel war natürlich gleich der nächste Halt, den wir hier überspringen. Dann war Drenas erreicht. Hier zweigt eine steile Stichstrecke zum Nickelwerk ab, das nördlich des Bahnhofs liegt. Die vollbeladenen Erzzüge werden nach dem Umsetzen der Lok in Teilen ins Werk zur ntladung gefahren. Auf dem Bild steht unser Sonderzug neben einem beladenen Erzzug im Bahnhof. Am linken Bildrand am Bahnhofsgebäude befindet sich ein bei NOHAB-Fans sehr beliebtes Cafe mit Blick auf die Gleise. Zum Thema Erzverkehr kommen wir später nochmal zurück!
Frank-Marc Siebert
Bahnhof Drenas, 30.05.2010
Der erste Halt hinter Drenas fand an einem Friedhof statt. Rechts im Bild die UCK-Flagge. Was man dem Foto nicht ansieht, war die Fotoapparaten behängte Horde Touristen, die kollektiv einen Friedhof stürmten, ohne sich sonderlich für die Gräber zu interessieren!
Frank-Marc Siebert
Westlich Drenas, 30.05.2010
Etwas weiter gab es ein schönes Tele-Motiv mit altem Formsignal, das natürlich außer Betrieb ist.
Ulf Häger
Westlich Drenas, 30.05.2010
Danach war eine Brücke mit Flüsschen das Thema.
Ulf Häger
Westlich Drenas, 30.05.2010
Vom nächsten Bahnhof Ujëmir war das massive Empfangsgebäude nur noch als Ruine erhalten.
Frank-Marc Siebert
Ujëmir, 30.05.2010
Die Scheineinfahrt in den Bahnhof ergab das Motiv mit aktuellem Aushangfahrplan - Fahrgastinformation im Kosovo.
Ulf Häger
Ujëmir, 30.05.2010
Den letzten Halt vor Klinë, unserem Endpunkt der Fahrt, kann man leicht auf den Punkt bringen: NOHAB und Landschaft! Einfach nur schön...
Frank-Marc Siebert
Bei Gurkat, 30.05.2010
In Klinë angekommen, wurde zunächst umgesetzt. Etwas später kam der Personenzug aus Pejë angefahren. Da Lok 005 mit unserem Sonderzug beschäftigt war, bespannte Lok 007 die Züge nach Pejë. Bei der Ausfahrt produzierte der 567 C-Motor der 007 eine respektable Abgasfahne.
Ulf Häger
Bahnhof Klinë, 30.05.2010
Die weiteren Planungen waren, zuerst eine Mittagspause zu machen, bevor noch einige Rangiermanöver stattfinden sollten. Also ging es direkt ins erste Cafe am Platze - mit NOHAB-Blick!
Ulf Häger
Bahnhof Klinë, 30.05.2010
Das spezielle an dem Cafe war, dass es sich im ersten Stock eines Rohbau befand, ohne Fenster und Türen. Der Cappucchino kostete dafür nur € 1,- und war erstklassig! Hinter unserem Tisch endete der Betonfußboden und es ging drei Meter in die Tiefe. Man konnte aber auch die Treppe nehmen....
Frank-Marc Siebert
Bahnhof Klinë, 30.05.2010
Frisch gestärkt kuppelte 005 mit den Güterwagen ab uns schob für ein paar Aufnahmen im Bahnhof zurück. Im Bild eine interessante Gleiskreuzung.
Ulf Häger
Bahnhof Klinë, 30.05.2010
Neben dem Gleis war ein gedeckter Güterwagen geparkt, bei dem, wie im Kosovo üblich, alles brennbare Material bereits entfernt worden ist.
Frank-Marc Siebert
Bahnhof Klinë, 30.05.2010
An der westlichen Ausfahrt steht noch immer ein alter Wasserkran.
Frank-Marc Siebert
Bahnhof Klinë, 30.05.2010
Dann begannen wir die Rückfahrt Richtung Fushë Kosovë. Das Wetter hatte sich etwas gebessert und die Sonne kam stelenweise sogar etwas raus. Die folgenden Bilder entstanden alle auf dem landschaftlich sehr reizvollen Abschnitt zwischen Klinë und Drenas. Das nächste Motiv "mit Güterzug" entstand hinter dem ersten Tunnel nach Klinë.
Frank-Marc Siebert
Östlich Klinë, 30.05.2010
Hinter dem nächsten Tunnel gab es ein Motiv von einem höher gelegenen Standort.
Frank-Marc Siebert
Östlich Klinë, 30.05.2010
Ulf Häger
Bei Ujëmir, 30.05.2010
Nach diesem Bild fuhren wir durch einen kurzen Tunnel und mussten schon wieder raus, denn es gab noch ein Motiv mit dem Tunnel und einer Steinbrücke. Der Lokführer meinte es gut mit uns und nahm die 005 hart ran. Er musste seinen Zug auch an jeder Fotostelle mehrfach hin und herfahren.
Frank-Marc Siebert
Bei Ujëmir, 30.05.2010
Diese Fotostelle bot übrigens gleich mehrere Highlights. Zum Beispiel einen bäuchlings auf der Wiese liegenden Reiseleiter mit Fotoapparat im Anschlag.
Frank-Marc Siebert
Bei Ujëmir, 30.05.2010
Des Rätsels Lösung waren wild lebende Schildkröten, von denen mehrere über die Wiese liefen. Einige von Ihnen wurden durch unkonventionelle Körperhaltungen zum Model gemacht!
Frank-Marc Siebert
Bei Ujëmir, 30.05.2010
In dem Flusstal hinter Ujëmir, dem die Strecke folgt, gab es auch Motive mit Kühen im Flussbett.
Frank-Marc Siebert
Östlich Ujëmir, 30.05.2010
Der Aus- und Einstieg erfolgte auf einem Bahndamm und war recht sportlich. Dafür gabs noch ein schönes Sonnenfoto von 005.
Frank-Marc Siebert
Östlich Ujëmir, 30.05.2010
Der Bahnhof Qarrat besitzt auch noch ein Naturstein-Empfangsgebäude mit schönem Hausbaum.
Frank-Marc Siebert
Qarrat, 30.05.2010
Von der anderen Seite gab die Stelle auch ein brauchbares Motiv her.
Frank-Marc Siebert
Qarrat, 30.05.2010
Bei Lugdren stand eine Hausruine neben der Strecke. Inzwischen hatten wir den Punkt, dass das Aus- und Einsteigen anstrengend zu werden beginnt, längst hinter uns gelassen.
Frank-Marc Siebert
Bei Lugdren, 30.05.2010
In Drenas hielten wir nur kurz und ich nutzte die Gelegenheit, mir die Lok bis Bardh von innen anzusehen. Unser Lokführer hat an diesem Tag einen guten Job gemacht, allerdings wohl auch das erste Mal.
Frank-Marc Siebert
Zwischen Drenas und Bardh, 30.05.2010
In Bardh war wieder ein etwas längerer Halt angesagt. Als erstes kreuzten wir einen Erzzug, der mit Lok 004 bespannt war und ihre beladenen Waggons Richtung Drenas zog.
Frank-Marc Siebert
Bardh, 30.05.2010
Dann musste unser Zug das Gleis räumen und aufs Nachbargleis umsetzen, denn es kam uns noch der Personenzug Richtung Klinë entgegen. Endlich mal wieder ein Bild mit Blumenvordergrund. Sorry Klaus, keine Lupinen, aber immerhin....
Frank-Marc Siebert
Bardh, 30.05.2010
Dann kam der Personenzug mit Lok 007 im schönsten Sonnenlicht an der Bahnhofseinfahrt an den abgestellten Güterwaggons vorbei.
Frank-Marc Siebert
Bardh, 30.05.2010
Von Bardh fuhren direkt über Fushë Kosovë auf die Nordstrecke nach Obilic. Dort gibt es eine Fußgängerbrücke, von der wir den Zug mit dem Kraftwerk Obilic im Hintergrund aufnehmen konnten.
Frank-Marc Siebert
Obilic, 30.05.2010
An diesen Bahnhof sollten wir an einem anderen Tag nochmal mit dem Bus zurückkehren. Heute war hier nur Kopfmachen angesagt und 005 zog den Zug dafür noch unter der Brücke durch. Links im Bild ein Minarett.
Frank-Marc Siebert
Obilic, 30.05.2010
Ziel des Abstechers nach Obilic war die Industriekulisse des ältesten Kraftwerks des Kosovo, der "Termocentrali Kosova A" mit fünf Blöcken. In diesem Werk wird die einheimische Braunkohle ohne jeden Filter mit DDR-Technik der 60er Jahre verfeuert. Obwohl das Kosovo das fünftgrößte Braunkohlevorkommen weltweit hat, ist die Energieversorgung wegen der veralteten Kraftwerke nicht stabil. Mehrere Stromausfälle pro Tag sind üblich. Eine die Strecke querende Fernwärmeleitung war das erste Motiv.
Frank-Marc Siebert
Bei Obilic, 30.05.2010
Ein Stück weiter überquert das Kohleförderband die Strecke. Im Hintergrund stillgelegte Kühltürme.
Ulf Häger
Bei Obilic, 30.05.2010
An diesem Tag war nur ein Block von Kosova A in Betrieb. Es herrschte leichter Westwind, was ungünstig für die Einwohner Pristinas war. Dort erkennt man schon morgens am Geruch oder Hustenreiz, dass wieder Westwind herrscht.
Frank-Marc Siebert
Bei Obilic, 30.05.2010
Ulf hat das Werk und die 005 mit einem Tele formatfüllend umgesetzt. Und das bei Sonne...
Ulf Häger
Bei Obilic, 30.05.2010
Damit war die Sonderfahrt beendet und wir fuhren zurück nach Fushë Kosovë. Für den Abend war noch ein gemeinsames Abendessen mit dem Chef der Kosovo Railways geplant. Bevor aber der Bus abfahren sollte, kam die Kennedy 002 mit einem Erzzug angefahren. Mit dieser Lok verbinden Jürgen, Ulf und mich Erinnerungen der besonderen Art. Im Jahr 2005 sind wir während einer Mitfahrt auf dem Führerstand entgleist und mitsamt der Lok ins Wasser gekippt! Wer diese Story nachlesen möchte, findet den Bericht unter Kosovo 2005.
Frank-Marc Siebert
Fushë Kosovë, 30.05.2010
Für die nächsten Tage im Kosovo waren die Planzüge das Objekt der Begierde. Mit Bus und Fahrer ging es entlang der Süd- und Nordstrecke. Mehr dazu unter Kosovo 2010.